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Model Context Protocol (MCP): Der Standard-Stecker für KI

Fortgeschritten

MCP ist ein offener Standard, der KI-Assistenten mit Werkzeugen und Datenquellen verbindet — einmal implementiert, mit jedem kompatiblen KI-Client nutzbar. Oft beschrieben als „USB-C für KI“. Auch diese Wissensbasis wird über MCP von KI-Assistenten gepflegt.

Lesezeit ca. 7 Minuten

Tool Calling macht Sprachmodelle handlungsfähig — aber jede Anbindung war lange Handarbeit: Wer seinen KI-Assistenten mit dem CRM, dem Wiki und dem Ticketsystem verbinden wollte, baute drei individuelle Integrationen, und für jeden weiteren KI-Client noch einmal drei. Das Model Context Protocol (MCP), Ende 2024 von Anthropic als offener Standard veröffentlicht, löst genau dieses Problem: eine standardisierte Schnittstelle zwischen KI-Clients und externen Systemen. Daher der gängige Vergleich mit USB-C — ein Stecker, der überall passt.

Wie es funktioniert

Ein System, das seine Funktionen für KI zugänglich machen will, betreibt einen MCP-Server. Der beschreibt in standardisierter Form, welche Werkzeuge er anbietet — etwa „Eintrag anlegen“, „Daten abfragen“ oder „Datei lesen“. KI-Anwendungen wie Claude, andere Assistenten oder Entwicklungsumgebungen treten als MCP-Clients auf: Sie verbinden sich mit dem Server, entdecken dessen Werkzeuge automatisch und können sie per Tool Calling nutzen. Neue Werkzeuge auf dem Server erscheinen beim Client von selbst — ohne dass dort etwas programmiert werden muss.

Inzwischen unterstützen alle großen KI-Anbieter und viele Softwareprodukte den Standard; für gängige Systeme von Datenbanken über GitHub bis zu Projektmanagement-Tools existieren fertige MCP-Server.

Ein Beispiel aus diesem Haus

Diese Wissensbasis selbst ist ein MCP-Anwendungsfall: Das Content-Management-System dahinter (Strapi) bietet einen eingebauten MCP-Server an. Ein damit verbundener KI-Assistent sieht für jeden Inhaltstyp passende Werkzeuge — Einträge anlegen, aktualisieren, veröffentlichen — und kann so Inhalte direkt pflegen: Der Artikel, den Sie gerade lesen, wurde auf diesem Weg von einem KI-Assistenten im Auftrag der Redaktion angelegt. Genau dieses Muster überträgt sich auf andere Unternehmenssysteme.

Sicherheit und Governance

MCP macht KI-Zugriffe steuerbar, aber nicht automatisch sicher. Drei Regeln aus der Praxis:

  • Zugriff immer über personenscharfe, minimal berechtigte Tokens — der KI-Client sieht nur die Werkzeuge, die das Token erlaubt.
  • Nur vertrauenswürdige MCP-Server anbinden: Werkzeugbeschreibungen sind Eingaben an das Modell und können es manipulieren (Prompt Injection).
  • Für destruktive Aktionen Bestätigungen vorsehen — die meisten MCP-Clients fragen vor jedem Werkzeugaufruf nach, diese Nachfrage nicht pauschal abschalten.

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